Institutionen

Vorbildlicher Umgang mit Baukultur

Den ersten Bauherrenpreis der Architektenkammer Niedersachsen erhielt 2014 die Stadt Wolfsburg. Das Forum Architektur, der Gestaltungsbeirat und das Netzwerk Baukultur sind zentrale Akteure, wenn es um das Thema Architektur in Wolfsburg geht.

Das Logo des Bauherrenpreises 2014Der erstmals durch die Kammer verliehene Preis zeichnet Bauherren aus, die ihre Verfahrenskultur pflegen, städtebaulich integriert bauen, in ihren Bauprojekten nachhaltig und umweltschonend denken, das bauliche Erbe bewahren und baukulturelle Ansprüche formulieren – zum Wohle ihrer Stadt, Kommune oder Gemeinde. Wolfsburg stehe vorbildlich für den Umgang mit dem Bauen und der vorhandenen baulichen Substanz, die die Basis unserer Städte ausmache, erklärte Wolfgang Schneider, Präsident der Architektenkammer.

Bauten international bedeutender Architekten aus unterschiedlichen Epochen prägen das Stadtbild von Wolfsburg, die Stadt treibt mit dem Forum Architektur die Vermittlung von Baukultur beispielhaft voran. Wolfsburg nutzt als eine von sehr wenigen Städten die Vorteile eines beratenden Gestaltungsbeirats und schreibt einen jährlichen Hochschulwettbewerb aus. Der „Tag der Architektur“ ist in Wolfsburg eine Institution. Das Programm „Architektur macht Schule“ wird in Wolfsburg an vielen Stellen mit Leben gefüllt und es gibt eine Reihe von zukunftsweisenden Neubauprojekten.

Architekturinstitutionen in Wolfsburg

Leiterin des Forum Architektur Frau Froberg © Ali Altschaffel

Am 1. Juli 2001 wurde das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg als Einrichtung zur Vermittlung von Architektur und Städtebau gegründet. Damit ist es eine der ältesten öffentlichen Baukultureinrichtungen, gegründet vor den Initiativen auf Landes- und Bundesebene. Wolfsburg gilt als Vorreiter, denn seit 15 Jahren hat hier die Baukultur ihren eigenen Stellenwert im Kulturleben der Stadt neben den klassischen Ressorts Literatur, Musik, Kunst und Geschichte.

Entstanden ist die kleine Institution aus einem vermehrten Bedarf heraus: Anfragen nach Ausstellungs- und Forschungsprojekten, Hochschulexkursionen und Publikationen machten deutlich, dass die architektonische Besonderheit der Stadt als seltene Stadtneugründung des 20. Jahrhunderts mit wichtigen Einzelbauten von Alvar Aalto, Hans Scharoun, Zaha Hadid und andere weithin wahrgenommen wird und zur Auseinandersetzung anregt. 

Seit Anfang 2006 ist das Forum Architektur organisatorisch im Baudezernat der Stadt Wolfsburg angesiedelt und direkt dem Stadtbaurat zugeordnet. Eine Arbeitsgruppe Baukultur vernetzt die Arbeit mit den anderen Fachbereichen: Hochbau, Stadtplanung, Denkmalpflege und Grün. Auch die Arbeit des Gestaltungsbeirats wird durch das Forum Architektur koordiniert. Auf diese Weise gelingt es, die baukulturellen Projekte nicht als Zusatz zu sehen, sondern aus den Aufgaben der Bauverwaltung heraus gemeinsam zu entwickeln. Das ‚Modell Wolfsburg‘ gilt hier als Vorbild bundesweit. Im Alvar-Aalto-Kulturhaus findet sich die Einrichtung an zentraler Stelle mit einem Schaufenster zum Rathausplatz.

Es geht einerseits um die bewusste Darstellung Wolfsburgs als Architekturstadt mit einer touristischen Komponente und einem breiten Angebot an Gebäudeführungen, Architekturspaziergängen und städtebaulichen Rundfahrten. Ebenso wichtig ist die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt für die Besonderheit Wolfsburgs als „funktionale Stadt“ des 20. Jahrhunderts mit ihren neuen stadtplanerischen Ideen und Werten. Denn die Suche nach Identität ist in der jungen Stadt noch immer ein Thema. 

„Den Menschen ist oft nur wenig bewusst, welch großen Einfluss der gebaute Raum auf ihr Leben hat. Wenn es uns gelingt, dass sie ihre Umgebung bewusster wahrnehmen und künftig mit offenen Augen durch die Stadt laufen, dann gehen wir zufrieden nach Hause“, sagt Nicole Froberg, die das Forum Architektur von Beginn an aufgebaut hat und bis heute leitet. 

Sitzung des Gestaltungsbeirats am 15.12.2016: (v.l.) Prof. Dr. Georg Skalecki, Kai-Uwe Hirschheide, Prof. Ariane Röntz, Frank Richter, Frau Ingrid Spengler und Manuel Scholl. © Sitzung des Gestaltungsbeirats am 15.12.2016: (v.l.) Prof. Dr. Georg Skalecki, Kai-Uwe Hirschheide, Prof. Ariane Röntz, Frank Richter, Frau Ingrid Spengler und Manuel Scholl2004 wurde der Gestaltungsbeirat auf Antrag des Rates gegründet. Das unabhängige Sachverständigengremium berät den Rat der Stadt Wolfsburg, den Oberbürgermeister und den Stadtbaurat/die Stadtbaurätin auf fachlicher Ebene in Fragen der Architektur und des Stadtbildes mit dem Ziel, die architektonische und städtebauliche Qualität Wolfsburgs auf einem hohen Niveau zu garantieren und weiter zu entwickeln. Der Beirat tagt zwei bis drei Mal pro Jahr in nicht öffentlicher Sitzung. Er wird einbezogen in Bauvorhaben, die aufgrund ihrer Größenordnung, Lage und Bedeutung für das Stadtbild prägend sind und gibt fachlich kompetente Empfehlungen als Entscheidungsgrundlage für die politischen Gremien und die Fachverwaltung. Dahinter steht der politische Anspruch, den Weiterbau der Stadt durch ein externes Expertengremium zu qualifizieren.

Der Gestaltungsbeirat setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen, die durch den Stadtbaurat/die Stadtbaurätin berufen werden. Die Mitglieder sind vier Fachleuten mit besonderer Qualifikation auf den Gebieten Architektur, Städtebau, Landschaftsplanung und Denkmalpflege und der jeweils amtierende Stadtbaurat/Stadtbaurätin. Der/die Vorsitzende des Planungs- und Bauausschusses und deren Vertretung nehmen an den Sitzungen teil.

Zusammensetzung des Gestaltungsbeirats:

  • Herr Kai-Uwe Hirschheide, Baudezernent der Stadt Wolfsburg (komm.)
  • Frau Ingrid Spengler (Architektur)
  • Frau Prof. Ariane Röntz (Landschaftsplanung)
  • Herr Manuel Scholl (Städtebau)
  • Herr Prof. Dr. Georg Skalecki (Denkmalpflege)
  • Herr Frank Richter (Grüne), Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses
  • N. N., Stellvertretende/r Vorsitzende/r des Planungs- und Bauausschusses

Stadt Wolfsburg wird Gründungsmitglied 

Netzwerk Baukultur in Niedersachsen beschließt organisatorische Neuausrichtung und inhaltliche Kontinuität. 21 Mitglieder gründen Verein 

Gründungsmitglieder und fünfköpfiger Vorstand des Netzwerk Baukultur in Niedersachsen e.V. im Museum August Kestner Hannover am 28. November 2016 © Gründungsmitglieder des Netzwerk Baukultur in Niedersachsen e.V. im Museum August Kestner Hannover Foto: Lars LandmannDas Netzwerk Baukultur in Niedersachsen stellt sich neu auf. 21 Mitglieder beschlossen am 28. November 2016 in Hannover die Gründung des Vereins Netzwerk Baukultur in Niedersachsen e.V.  Unter den  finden sich 5 Einzelmitglieder und 16 Institutionen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Stadt Wolfsburg und die Neuland Wohnungsgesellschaft mbH in Wolfsburg. 

Das Sozialministerium des Landes Niedersachsen hatte Ende November 2009 das Netzwerk als Zusammenschluss für die Baukultur im drittgrößten Bundesland Deutschlands initiiert, um die Baukulturinitiative des Landes zu ergänzen und eine breite Allianz der Baukultur-Akteure in Niedersachsen zu schaffen. Die Stadt Wolfsburg, vertreten durch das Forum Architektur, unterstützte mit schon vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen den Start des Netzwerks. Seit 2010 wurde in Wolfsburg die Geschäftsstelle aufgebaut und zu gleichen Teilen von Land Niedersachsen und Stadt Wolfsburg finanziert. Nachdem das Netzwerk in den letzten sechs Jahren auf 267 Partnerinnen und Partner angewachsen ist, soll es nun Schritt für Schritt auf eigene Füße gestellt werden. Ziel ist es, bis Ende 2019 die Geschäfte vollständig an den neuen Verein zu übergeben. Sitz der Geschäftsstelle bleibt weiterhin das Alvar-Aalto-Kulturhaus in Wolfsburg. 

Workshop „Kommunen“ im Arbeitstreffen des Netzwerk Baukultur in Niedersachsen e.V. © Workshop „Kommunen“ im Arbeitstreffen des Netzwerk Baukultur in Niedersachsen e.V. unter Leitung von Kai-Uwe Hirschheide, komm. Baudezernent der Stadt Wolfsburg.Zum Vorsitzenden des Baukultur-Vereins wurde Prof. Dr. Bernd Krämer aus Grünenplan im Landkreis Holzminden gewählt. Er wird im Vorstand unterstützt durch vier Partner: Dieter Lux aus Hilter bei Osnabrück vertritt die Ingenieure im Netzwerk, Lothar Tabery aus Bremervörde ist freier Architekt und Dr. Ronald Kunze aus Langenhagen Stadtplaner. Daneben bringt Jan-Hendrik Röhse die Perspektive der niedersächsischen Kommunen in die Vorstandsarbeit ein. Er ist Jurist und Bürgermeister der Stadt Buchholz in der Nordheide. Auf einem Arbeitsforum im Museum August Kestner Hannover ging es in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Baukultur außerdem um die inhaltlichen Schwerpunkte der niedersächsischen Baukulturgemeinschaft und ein Meinungsbild für die kommenden Jahre. In sechs Arbeitsgruppen wurden künftige Handlungsfelder, Zielgruppen und Formate diskutiert. Die Ergebnisse in Form eines Arbeitspapiers sollen auf der ersten Mitgliederversammlung im Februar vorgestellt werden. 

Weitere Informationen finden sich unter: www.baukultur-niedersachsen.de 

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