Stadterneuerung

Aktuelle Projekte im Rahmen der Stadterneuerung

Zu den aktuellen Sanierungsgebieten beziehungsweise Stadterneuerungsprojekten gehören das Handwerkerviertel und die Höfe in der Innenstadt sowie die Stadtteile Detmerode und Westhagen

Ein Luftbild zeigt die Stadterneuerungsgebiete Handwerkerviertel, Höfe, Detmerode und WesthagenFoto: © Orthophotomosaik der Stadt Wolfsburg, Geschäftsbereich IT - 15-3 GIS, 2015

Manche Stadtteile oder Quartiere entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen und weisen einen städtebaulichen Erneuerungsbedarf auf. Typisch für diese Gebiete sind häufig folgende Merkmale:

  • Häufung von Gebäuden mit hohem Sanierungs- bzw. Modernisierungsbedarf,
  • Gebäudeleerstand,
  • vernachlässigte öffentliche Flächen sowie Defizite im Wohnumfeld, 
  • Defizite in der Verkehrsabwicklung,
  • fehlender Parkraum und / oder
  • Konflikte im sozialen Bereich.

Um diese Probleme anzugehen, stehen der Stadtplanung durch das Baugesetzbuch verschiedene Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung. Derzeit werden in Wolfsburg verschiedene Förderprogramme eingesetzt. So wird in Westhagen seit 2000 das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" umgesetzt. Im Handwerkerviertel ist das Förderprogramm "Stadtumbau West" die Basis der Sanierung. Die Höfe wurden in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen. 
Detmerode ist kein klassisches Sanierungsgebiet. Dieser Stadtteil soll im Rahmen der „Energetischen Stadtsanierung“ aufgewertet werden.

Ziel ist in jedem Fall die städtebauliche Erneuerung und die Aufwertung des öffentlichen Raums. Weiterhin sollen Verkehrsräume optimiert und das Image der Quartiere verbessert werden. Die Bewohner sollen sich stärker mit ihrer Umgebung identifizieren.

Weiterführende Informationen zu den aktuellen Projekten der Stadterneuerung:

Plan HöfeFoto: Prof. Nagel, Schonhoff + Partner; Landschaftsarchitekten/StadtplanerFür das Jahr 2015 erhielt die Stadt Wolfsburg die Zusage für die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm. Im März 2016 erfolgte die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes "Höfe" durch den Rat der Stadt Wolfsburg.

Der Handlungsbereich Westliche Innenstadt rückte in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Wolfsburger Stadtentwicklung. Der Rat der Stadt Wolfsburg hat daher die Erarbeitung  eines „Integrierten Entwicklungskonzepts für den Handlungsbereich Westliche Innenstadt“ (IEK) beschlossen.                                      

Die Höfe befinden sich in direkter Nachbarschaft zur Fußgängerzone und Einkaufsstraße Porschestraße, der Hauptschlagader Wolfsburgs, die den östlichen Abschluss des Handlungsbereichs Westliche Innenstadt markiert. Die Höfe befinden sich somit in einer zentralen Stadtlage.

Diese Schlüsselposition des Quartiers ist im Generalbebauungsplan von 1938, den Peter Koller für 90.000 zukünftige Einwohner konzipierte, schon angelegt.

Städtebauliche Situation

Die grünen Höfe bilden in direkter Nähe zum Zentrum durch ihre städtebauliche Prägnanz und ihren halbprivaten/ halböffentlichen Charakter ein ebenso ungewöhnliches wie hochwertiges Wohnumfeld. Mit ihrem inneren Wegenetz, den kleinen Aufweitungen und dem räumlichen Zusammenspiel zwischen öffentlichen und privaten Bereichen sind sie ein unverwechselbarer Baustein der innerstädtischen Freiräume von Wolfsburg.

Aus den Vorbereitenden Untersuchungen wurden folgende Ziele abgeleitet:
  • Herstellung auf den Ort zugeschnittener energetischer, ökonomischer und wohnungswirtschaftlicher Rahmenbedingungen zur Bewahrung und Weiterentwicklung des Denkmalensembles.
  • Anpassung des Wohnungsangebotes („demografischer Wandel“. „Barrierefreiheit“, „energetische Ertüchtigung“, etc.).
  • Aufwertung des öffentlichen Raumes für die Bewohner und Bewohnerinnen („lebenswerte und gleichzeitig das Ensemble bewahrende Wohnumfelder“) und die Gesamtstadt („attraktive öffentliche Straßen- und Platzräume“).
  • Neukonzeption von Anlage und Verwaltung der halböffentlichen Freiräume und der Mietergärten.
  • Anpassung der baulichen und freiräumlichen Gegebenheiten im Sinne einer „Mobilität für Alle“, z.B. Entwicklung von Konzepten zur Förderung nicht motorisierter, bzw. integrierter quartiersbezogener Mobilitätskonzepte mit der Neuland als Großeigentümer und den Wolfsburger Verkehrsbetrieben.

Grafik zur Übersicht des Sanierungsgebietes Handwerkerviertel © ANP KasselDas zirka 27 ha große Untersuchungsgebiet wird im Norden durch die Heinrich-Nordhoff-Straße, im Osten durch die Bahnhofs- und August-Horch-Passage, im Süden durch die Kleiststraße und im Westen durch die Lessingstraße begrenzt.

Aufgrund seiner zentralen Lage in Nähe des Hauptbahnhofs und des Stadtzentrums übernimmt das Gebiet wichtige Versorgungsfunktionen als Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort sowohl für Bewohner der Innenstadt als auch für Bewohner und Besucher Wolfsburgs. Das Handwerkerviertel ist zudem ein überregional bedeutender Standort für Lehre und Bildung (Berufsbildende Schulen, Hochschule Ostfalia) und ein wichtiger innerstädtischer Wohnstandort.

Die heutige Bebauung des Handwerkerviertels ist mit Ausnahme eines Gebäudes am Robert-Koch-Platz erst nach 1945 entstanden. Öffentliche Gebäude, wie die Berufsbildenden Schulen, eine Geschäftsstelle des Bildungszentrums Wolfsburg und die ehemalige Martin-Luther-Kirche / Arche (jetzt Jugendgästehaus) wurden insbesondere in den 1960er bis 1980er Jahren errichtet. Beispiele für die Bautätigkeit jüngeren Datums sind das IG Metall-Haus und das Seminar- und Laborgebäude der Hochschule Ostfalia.

Städtebauliche Situation

Das Handwerkerviertel zeichnet sich durch eine uneinheitliche städtebauliche Struktur aus. Das Quartier wird durch die Ost-West-Verbindung Poststraße / Seilerstraße und die Nord-Süd-Achsen Schachtweg bzw. Siegfried-Ehlers-Straße / Robert-Koch-Platz erschlossen und in zwölf Baublöcke gegliedert.

Das Stadtbild in diesem Bereich ist stark aufwertungsbedürftig. Gründe dafür sind die uneinheitlichen Bauweisen, die teilweise sehr schlichte architektonische Gestaltung bzw. unterlassenen Instandhaltung von Gebäuden und der hohe Versiegelungsgrad. Auch verkehrliche Beeinträchtigungen bzw. gestalterische Defizite des Straßenraums sind vorhanden. Die fehlende Aufenthaltsqualität wird durch den Mangel an Straßenbäumen und an öffentlichem Grün verstärkt.

Weitere Informationen zum Sanierungsgebiet Handwerkerviertel

Außenansicht einer Hochhausfassade im Stadtteil Westhagen

Seit dem Jahr 2001 nimmt Westhagen am Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ teil. Der Programmaufnahme voran gegangen war die seinerzeit noch erforderliche förmliche Festlegung eines Sanierungsgebiets. 

Bislang sind Fördermittel des Bundes und des Landes Niedersachsen in Höhe von fast 5,44 Mio. Euro in den Erneuerungsprozess geflossen.

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich einschließlich des städtischen Drittels und unter Berücksichtigung von nicht-förderfähigen Kosten bis dato auf mehr als 8,4 Mio. Euro (Stand September 2017).

Alle Informationen zum Sanierungsgebiet Westhagen

Häuser von ObenDetmerode steht beispielhaft für die Architektur der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre, die das Wolfsburger Stadtbild prägt. Der Stadtteil befindet sich knapp 50 Jahre nach seiner Gründung im Umbruch. Neue Anforderungen an Wohngebäude und das Wohnumfeld machen Veränderungen im Stadtteil notwendig. 

Erste Überlegungen zur energetischen Modernisierung gab es bereits im Projekt „Detmerode: Städtebaulichen Qualitäten gemeinsam sichern“. Nun wurde Detmerode in das Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“ der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) aufgenommen.In diesem Rahmen wird ein integriertes energetisches Quartierskonzept für den gesamten Stadtteil erarbeitet.

Alle Informationen zur Stadterneuerung in Detmerode

12. Mai 2018 Tag der Städtebauförderung

Am Tag der Städtebauförderung, der seit 2015 stattfindet, werden die vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern im Zusammenhang mit der Städtebauförderung in einem bundesweiten Rahmen aufgezeigt. (www.tag-der-staedtebaufoerderung.de) Aktionen und Veranstaltungen der Öffentlichkeitsarbeit sollen den Fokus „Bürgerbeteiligung und -aktivierung“ haben und können vom Spatenstich über ein Richtfest oder eine Einweihung bis zu Stadtspaziergängen oder Bürgerveranstaltungen aktiver Mitbestimmung reichen.
Die drei Wolfsburger Sanierungsgebiete werden sich auch beim Tag der Städtebauförderung 2018 wieder präsentieren.


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