Das Archiv

Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte

Titel des Magazins mit der Aufschrift: DAS ARCHIV - Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte - Herausgegeben vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg

Hier finden Sie die Ausgaben der künftig viermal im Jahr erscheinenden Zeitung "DAS ARCHIV - Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte". In dieser Publikationsreihe werden laufende Projekte und Forschungserkenntnisse aber auch Akquisen und Materialien aus dem Stadtarchiv vorgestellt. Darüber hinaus werden immer wieder auch Institutionen, mit denen das IZS zusammenarbeitet, mit Gastbeiträgen vertreten sein. Mit der Archivzeitung beschreitet das IZS einen neuen Weg der Geschichtsvermittlung.


Während 1967 kein geringerer als Geheimagent 007, James Bond, in Man lebt nur zweimal damit beschäftigt war, einen bevorstehenden Atomkrieg zu verhindern – Ernst Stavro Blofeld, finanziell aus China unterstützt, suchte mittels spektakulärer Raumschiffentführungen einen Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion zu provozieren –, ging es im Zonenrandgebiet in Sachen Spionage deutlich beschaulicher zu. Dies dokumentieren Fotografien, die auf die Abteilung XIX der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit in Magdeburg zurückgehen. Um herauszufinden, was es mit den Aufnahmen auf sich hat, sprachen wir mit der Stasi-Forscherin Sabine Kittel. Vier weitere Texte unserer aktuellen Ausgabe gehen auf das Seminar „Identität durch Kunst?“ zurück, das im vergangenen Sommersemester im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Wolfsburg auf dem Weg zur Demokratie an der TU Braunschweig veranstaltet wurde. Innerhalb des begleiteten Schreibseminars, das die Studierenden wiederholt ins Wolfsburger Stadtarchiv führte, wurde die Rolle der Kunst für die Stadtwerdung anhand der Originalquellen rekonstruiert und interpretiert. „Als Stadt ohne Tradition, die sich auch äußerlich bemüht, ein modernes Gesicht zu zeigen“, heißt es beispielsweise im Vorwort des Ausstellungskatalogs zur ersten Ausstellung Junge Stadt sieht junge Kunst, „empfinden wir eine Verpflichtung gerade den jungen, noch nicht arrivierten Künstlern
gegenüber“. Damit formulierten Oberbürgermeister Dr. Uwe-Jens Nissen und Oberstadtdirektor Dr. Wolfgang Hesse nicht nur die Ausgangsbasis für den 1959
durch die Stadt Wolfsburg ausgeschriebenen Kunstwettbewerb, sondern zugleich auch eine Maxime für die Stadt Wolfsburg. Mit der anlässlich des zwanzigsten
Stadtjubiläums im Juli 1958 im Stadtrat beschlossenen Stiftung des Kunstpreises knüpfte die Stadt zwar an die durch den VW-Patriarchen Heinrich Nordhoff
verantwortete Reihe von insgesamt acht Kunstausstellungen in der Volkswagenstadt an, unternahm aber auch einen entschiedenen Schritt zur Konstruktion einer eigenen städtischen Identität, die nicht mit dem vor Ort so omnipräsenten Automobilkonzern in Verbindung stand. Dieses Bestreben manifestierte sich innerhalb der Stadt auf vielerlei Ebenen – beispielsweise über das Wirken der neu gegründeten offenen Künstlergruppe Schloßstraße 8, zu der der Kunstverein Wolfsburg am 23. November 2017 eine eigene Ausstellung eröffnet, aber auch über Kunst-am-Bau-Elemente wie das Glockenspiel am neugebauten Wolfsburger Rathaus oder das letztlich erfolglose Werben der Stadtvertreter um den Ankauf einer Skulptur des britischen Künstlers Henry Moore.

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