Digitalisierung

Mit der richtigen Infrastruktur zur „Smart City“

Oberbürgermeister Klaus Mohrs: „Der Ausbau der digitalen Infrastruktur ist für die weitere Entwicklung Wolfsburgs eines der wichtigsten Themen. Künftig werden viele Bereiche des Lebens nicht mehr ohne Informations- und Kommunikationstechnologien auskommen.“

Pressemitteilung vom 31.11.2016

Aktuell: WOBCOM gibt erste Details der Ausbaupläne für Glasfaser-Netz bekannt

  • Arbeiten starten im ersten Quartal 2017
  • Bis 2022 schnelles Glasfaser-Netz in ganz Wolfsburg
  • Ca. 80.000 Gewerbe- und Wohneinheiten werden angeschlossen
  • Internetgeschwindigkeit kann um das 300-fache gesteigert werden

Gemeinsam mit ihrer Muttergesellschaft, der Stadtwerke Wolfsburg AG, baut das Telekommunikationsunternehmen WOBCOM GmbH ab Frühjahr 2017 ein flächendeckendes Glasfaser-Netz für Wolfsburg auf. Die Erschließung umfasst rund 80.000 Gewerbe- und Wohneinheiten in 16 Stadtteilen und Ortschaften. Die Arbeiten sollen bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

Auf der Basis des bereits vorhandenen Netzes, wird die WOBCOM als Betreiber und Vermarkter nach und nach 42 Cluster (Stadtteile) mit einem Glasfaser-Netz überziehen. Die aktuellen Planungen sehen den Beginn der Erschließungsmaßnahmen für das Frühjahr 2017 vor. Den Anfang machen die Stadtteile Tiergartenbreite, Laagberg und Westhagen. Die Entwurfsplanungen für diese Bereiche sind bereits abgeschlossen. Derzeit befindet sich die WOBCOM in Detailabstimmungen mit der Stadt und den politischen Gremien und erarbeitet die Ausführungsplanung, die auch die Ausschreibung von Baumaßnahmen umfasst.

Internetgeschwindigkeit wird mit Glasfaser um das 300-fache gesteigert

Die Umstellung auf Glasfaser ermöglicht den Kunden den Zugang zu vielen Anwendungen wie z. B. „Smart Home“, „Smart Energy“ oder „Smart Health“. Allen Anwendungen ist eines gemein: Aufgrund ihrer Komplexität produzieren sie enorme Datenmengen. Herkömmliche Kupferleitungen sind kaum in der Lage, diese zu transportieren. Durch Glasfaser wird die Internetgeschwindigkeit um das 300- fache gesteigert. So können selbst große Datenmengen in kürzester Zeit von A nach B gesendet und empfangen werden. Eine flächendeckende Glasfaser-Infrastruktur zählt zu den Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Teilhabe an der Digitalisierung; ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, auch für Wolfsburg.

„Mit dem Glasfaser-Netz wollen wir beim Mega-Trend Digitalisierung von Anfang an ganz vorn dabei sein. Die WOBCOM startet dabei nicht bei Null: In Wolfsburg haben wir bereits einige Bereiche mit Glasfaser versorgt. Als Eigentümer der Energienetze haben wir Erfahrung mit der bereits vorhandenen Infrastruktur – ein bedeutender Vorteil gegenüber ortsfremden Firmen, die sich weniger stark für die Stadtentwicklung engagieren wollen oder können“, erläutert Stadtwerke Vorstand und WOBCOM Geschäftsführer Dr. Frank Kästner und ergänzt: „Natürlich ist das Projekt ein Kraftakt. Für die Zukunft der Stadt ist dieser jedoch unumgänglich. Für die Stadtwerke und die WOBCOM bedeutet dies hohe Investitionskosten und die Einwohner und Besucher Wolfsburgs müssen sich auf einige Baustellen mehr einstellen. Dies erfordert Geduld. Wir sind uns jedoch sicher, dass sich diese für das Leben und Arbeiten in Wolfsburg und der Region auszahlen wird.“

Die hohe Wichtigkeit des Ausbauprojekts für den Wohn- und Wirtschaftsstandort unterstreicht auch Oberbürgermeister Klaus Mohrs: „Welche Bedeutung die zunehmende Digitalisierung für das Arbeits-  und Lebensumfeld jedes Einzelnen hat, ist vielen Bürgerinnen und Bürgern heute noch gar nicht bewusst. Digitalisierte Prozesse verändern die Wirtschaft, die Mobilität, das Gesundheitswesen, die Bildung, die Kultur, aber natürlich auch den Alltag in den Privathaushalten. Es wird unsere Aufgabe sein aufzuzeigen, wie wir alle von der Digitalisierung profitieren können. Zunächst allerdings müssen wir die digitale Infrastruktur in unserer Stadt für unseren Strukturwandel vorbereiten. Ich bin froh, dass wir mit den Stadtwerken Wolfsburg und der WOBCOM zwei zuverlässige Partner an unserer Seite haben.“


Um ein attraktiver Standort für Wohnen und Wirtschaften zu bleiben, hat die Stadt Wolfsburg im letzten Jahr den NGA-Masterplan entwickelt. In dem Masterplan geht es um die Breitbandnetze für den Datenaustausch der nächsten Generation, die in den nächsten Jahren zusammen mit den Stadtwerken Wolfsburg AG entstehen sollen. Aktuell verfügt Wolfsburg über ein gutes Netz. Die Gewerbegebiete sind sogar bereits mit schnellen Glasfaserverbindungen versorgt.

Die zu übertragende Datenmenge nimmt jedoch stetig zu: Im Internet werden neben Texten und Bildern immer häufiger auch Videos sowie komplexe Anwendungen hoch- und heruntergeladen und sogar hochauflösende Fernsehsendungen live übertragen. Im Internet der Dinge werden immer mehr Geräte von der Heizung über den Drucker bis hin zu Maschinen in Fabriken mittels Datenübertragung gesteuert. Auch damit viele Menschen gleichzeitig über kabellose Internetverbindungen (mobiles Netz und öffentliches WLAN) Daten austauschen können, braucht es die Übertragungsleistung eines Glasfasernetzes.

Glasfasernetze für unterversorgte Bereiche und die neuen Stadtquartiere

In einem ersten Schritt möchte die Stadt Wolfsburg die unterversorgten Bereiche am Rande des Stadtgebiets an das Glasfasernetz anbinden, sobald Fördergelder des Bundes und des Landes Niedersachsen bewilligt werden. Dies betrifft beispielsweise Almke, Teile von Neindorf oder den Ilkerbruch in Fallersleben (inklusive der Mülldeponie). Die Häuser in den neuen Stadtquartieren, die im Süd-Osten Wolfsburgs entstehen (Hellwinkel, Steimker Gärten und Nordsteimke-Hehlingen) und viele weitere Bauprojekte, werden von Beginn an mit entsprechender Infrastruktur ausgestattet.

Ziel des Masterplans: Ein flächendeckendes Gigabitnetz

Das Ziel ist ein Glasfasernetz mit einer Übertragungsrate von mehr als einem Gigabit pro Sekunde, an das nahezu alle Gebäude und Haushalte in Wolfsburg angeschlossen sind. Das entspricht der vielfachen Leistung des momentanen 50-Megabit-Standards, den die Bundesrepublik Deutschland forciert. Den Ausbau der Bestandsgebiete werden die Stadtwerke Wolfsburg AG gemeinsam mit ihrem Tochterunternehmen, der Telekommunikationsdienstleisterin WOBCOM GmbH,  schrittweise ab 2017 eigenwirtschaftlich realisieren. Bis annähernd alle Haushalte in Wolfsburg an das Glasfasernetz angeschlossen sind, kann es aber bis zu zehn Jahre dauern.

Chancen für den Standort Wolfsburg

Der Aufbau einer hoch leistungsfähigen digitalen Infrastruktur wird Wolfsburg als attraktiven Wirtschafts- und Wohnstandort stärken. Die Stadt bedient den zu erwartenden Mehrbedarf an Datenübertragungen von Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen. „Smarte“ Lösungen für alle Lebensbereiche, von der Verwaltung über die Mobilität bis hin zur Energie- und Gesundheitsversorgung, können sich entwickeln. Arbeitsvorgänge können flexibler gestaltet werden, indem Menschen viele Arbeiten unabhängig von ihrem Aufenthaltsort, zum Beispiel auch von Zuhause aus, erledigen können. So bieten sich neue Möglichkeiten etwa für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Ansiedlung insbesondere von Forschungseinrichtungen, innovativen Unternehmen und Zukunftsbranchen wird begünstigt.

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1 Kommentare

Jörn Reiter 30.11.2016 09:03:34

Guten Tag,

wird ausschließlich die Wobcom den Ausbau vornehmen oder gibt es Ausbau Projekte die die Telekom vornehmen wird?

Mit freundlichen Grüßen

Jörn Reiter

Stadt Wolfsburg 01.12.2016 15:27:59

Hallo Jörn Reiter,

die oben genannten Maßnahmen zum Glasfaserausbau in Wolfsburg werden ausschließlich durch die Wobcom bzw. Stadtwerke umgesetzt. Ob und in wiefern die Telekom darüber hinaus noch Glasfaserausbau in der Region betreibt, dazu können wir leider keine Auskunft geben. Vielleicht wenden Sie sich mit dieser Anfrage direkt an die Telekom:

http://www.telekom.de/breitbandausbau-deutschland

Mit freundlichen Grüßen

Das Team der Stadt Wolfsburg