„Ich will kein Heimatland der alten Werte, ich will ein Heimatland der tausend Sprachen…“

Konzert am 27. Oktober im Hallenbad

Der südtiroler Singer-Songwriter Dominik Plangger zu Gast in der Konzertreihe von Hoffmann-Museum und Hallenbad

Am Donnerstag, 27. Oktober, beenden das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum und das Kulturzentrum Hallenbad ihre gemeinsame Konzertreihe „Politische Lieder heute“. Diese findet anlässlich des diesjährigen 175. Jubiläums des „Liedes der Deutschen“ von Hoffmann von Fallersleben statt. Bisher waren Künstler wie Kai Degenhardt, Konstantin Wecker und Hans-Eckardt Wenzel zu Gast. 

Zum Abschluss präsentieren die Veranstalter am kommenden Donnerstag um 20 Uhr im Hallenbad mit Dominik Plangger einen Singer-Songwriter der jüngeren Generation: Der 1980 in Südtirol geborene Musiker lebt heute in Österreich. In seinem Programm „Trans\alplantisch“ nimmt er sein Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Alpen und weit darüber hinaus. Das ist geradezu hörbar, erklingen in einigen Songs alpenländische Melodien gemeinsam mit Anleihen aus Folk, Country und Weltmusik. Und wie ein roter Faden zieht sich ein Thema durch den Abend: die Liebe in all ihren Facetten. 

Karten für dieses Konzert sind für 10 Euro, ermäßigt für 5 Euro im Hallenbad (Schachtweg 31, Tel.: 05361-27281 00 oder E-Mail: info@hallenbad.de) bzw. an den bekannten Vorverkaufsstellen zu erhalten.  


Interview mit Dominik Plangger

In einem Interview mit dem Hoffmann-von-Fallersleben-Museum berichtet Dominik Plangger, was für ihn Musik bedeutet, wie politisch seine Songs sind, in welchen Sprachen er singt und warum er mit Konstantin Wecker zusammenarbeitet.

Herr Plangger, wie kamen Sie zur Musik, zum Musikmachen?

Dominik Plangger © Andreas Zoller

Dominik Plangger: Ich habe Musik immer schon geliebt. Als Dreijähriger habe ich im Kindergarten die Lieder voller Begeisterung gesungen und so ist die Musik in mir gewachsen, mit 6 Jahren habe ich meine erste Gitarre bekommen und als Teenager habe ich begonnen, Lieder von Bob Dylan oder Reinhard Mey nachzuspielen, von da an habe ich immer Musik gemacht und bald kamen schon die ersten eigenen Songs.

Wie lassen Sie sich zu Ihren Songs inspirieren?

Dominik Plangger: Es gibt immer Inspirationen - das Schwierige sind nicht die Themen, sondern sich nicht selbst zu wiederholen. Meine Musik und Texte entstehen parallel zueinander. Oft habe ich eine gewisse Melodie im Kopf und da muss dann der Text geschmeidig hineinpassen oder umgekehrt, ich kann zum Beispiel kein Gedicht vertonen, weil dann die Musik an die Rhythmik des Gedichts angepasst sein muss. Ich bin ein Melodiker und die Melodie darf für mich nicht durch den Text unrund werden.

Wann ist für Sie ein Lied „politisch“?

Dominik Plangger: Ich bin der Meinung, dass zu viel Politik der Musik nicht gut tut, es ist mir aber auch wichtig, mich in meiner Kunst zu positionieren gegen all die unsägliche Menschenfeindlichkeit da draußen. Ich finde, dass ein abendfüllendes Programm unterhaltsam sein sollte, das Publikum sollte sich auch mal zurücklehnen können, und ich bin froh und dankbar, dass ich Menschen im Publikum habe, die einen schönen musikalischen Abend genießen wollen und keine Bühnenrevolte; ich bin kein Prediger, sondern Musiker!

Sie singen in Deutsch und im Südtiroler Dialekt, aber auch auf Englisch und Italienisch. Wie entscheiden Sie, in welcher Sprache Sie singen?

Dominik Plangger: Meine eigenen Lieder schreibe ich meist in deutscher Sprache oder im Südtiroler Dialekt, dafür entscheide ich mich dann, wenn es soweit ist. Ich kann mich in der deutschen Sprache oder im Dialekt am besten ausdrücken!

Was bedeutet für Sie Europa?

Dominik Plangger: Europa ist ein großartiger Gedanke, ich finde, wir Europäer sind mit unserer Identitätssuche noch nicht soweit, um wirklich als ein geeinigtes Europa funktionieren zu können. Ich kann das nur so interpretieren, wenn ich dieses radikale Festhalten an den einzelnen Nationalstaaten sehe. Wir haben einen massiven Rückschritt erlitten, ich hoffe aber sehr, dass wir ganz langsam als Europäer zusammenwachsen!

In der Konzertreihe „Politische Lieder heute“ des Hoffmann-von-Fallersleben-Museums gastierte im September auch Konstantin Wecker in Wolfsburg. Sie arbeiten mit Konstantin Wecker auf dessen Label „Sturm & Klang“ zusammen. Wie kam es dazu und was bedeutet Ihnen diese Zusammenarbeit?

Dominik Plangger: Ich habe Konstantin Wecker 2009 bei den „Songs an einem Sommerabend“ (Musikfestival in Kloster Banz - Bad Staffelstein – Anm. Hoffmann-von-Fallersleben-Museum) kennen gelernt, das war eine wunderbare Begegnung. Wir haben uns sängerisch auf Anhieb verstanden, Konstantin hat mich sehr unterstützt in den letzten Jahren. Ich habe mein Album „Hoffnungsstur“ auf seinem Label veröffentlichen dürfen, dafür bin ich ihm sehr dankbar. Mittlerweile habe ich mein eigenes Publikum und eigene Bühnen, es ist sehr wichtig, dass man auf eigenen Füßen steht. In unserem Genre muss man sich das Publikum erspielen, das ist ein langer, mit vielen 1000 Kilometern behafteter Weg, da muss jede oder jeder durch! Es macht trotz alledem sehr viel Freude!

Sie treten bald in Wolfsburg auf. Waren Sie schon einmal in Wolfsburg?

Dominik Plangger: Nein, leider noch nicht, ich freu mich jedenfalls schon sehr.

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